Pionier der deutschen Computerkunst – der Neustrelitzer Künstler Wolfgang Blobel. Vernissage der Sonderausstellung
Der 1924 in Neustrelitz geborene Wolfgang Blobel zählt zu den wegweisenden Pionieren der deutschen Computerkunst.
Im Alter von 17 Jahren in den Zweiten Weltkrieg eingezogen, prägten ihn die traumatischen Erfahrungen der russischen Gefangenschaft so tief, dass er zu Zeiten der deutschen Teilung nicht mehr in seine Heimatstadt zurückkehren konnte. Im Westen arbeitete der Diplomingenieur beim Westdeutschen Rundfunk und widmete sich jenseits des Berufslebens intensiv der Malerei, Metallzeichnung und Kunsttheorie. Als Mitgründer der Leverkusener Künstlergruppe „BOBO“ und Gründungsmitglied der Gesellschaft für Elektronische Kunst suchte er dabei stets nach neuen gestalterischen Formen.
Ab den 1980er-Jahren erlangte er vor allem durch seine innovativen Plottergrafiken Berühmtheit, bei denen er Programmbefehle wie Farben und die Maschine wie einen Pinsel einsetzte. Blobel verstand das künstlerische Gestalten am Computer als die friedlichste und zukunftsweisendste Nutzung dieser Technologie.