Objekt des Monats – Hinterglasmalerei

Die Tradition der farbigen Verzierungen auf Glas reicht bis in die Antike zurück. Im Mittelalter war sie vor allem in Kirchenräumen zu finden. Anschließend wurden Glasfragmente für Reliquienschreine und Altäre gefärbt. Mit dem Aufkommen der Glashütten in Europa im 16. Jahrhundert wurde das dekorierte Glas noch beliebter. Die Glasmalerei erlebte ihre Renaissance im 17. Und 18. Jahrhundert, als neben religiösen auch weltliche Motive auftauchen. Zwischen den 1860er und 1870er Jahren änderte sich Mode und Geschmack und die alten Glasmalereien verschwanden, obwohl die Kunst der Glasmalerei weiterhin gepflegt wurde. Im 20. Jahrhundert erlebte die Glasmalerei ein Comeback, als Künstler, die sich von der alten Kunst inspirieren ließen, begannen, sie zu praktizieren.

Die 6 Glasbilder, die wir präsentieren, stellen eine Art Malerei auf der Rückseite von Glas dar. Diese Technik wird als Hinterglasmalerei bezeichnet. Das transparente Material – Glas – verleiht dem Werk seine Brillanz und durch die Brechung und Reflexion des Lichts seine besondere Ausstrahlung. Die künstlerische Schwierigkeit liegt im diesem Fall in der technische Aspekte. Hier wird die Farbe auf der Rückseite des Bildträgers aufgetragen, so dass alle Zeichnungen seitenverkehrt gestrichen werden. Die Arbeit, ein solches Bild zu malen, lag zunächst darin, die Umrisse zu zeichnen, dann weiter Details und Schatten hinzufügen und schließlich das Ganze (als Hintergrund) zu überstreichen. Dazu wurden Wasser-, Öl-, Tempera- oder Kaseinfarben verwendet. Bei der Massenproduktion der volkstümlichen Bilder halfen Vorzeichnungen, die unter behandelten Glasscheibe lagen und dem Künstler die Grundlinie vorgaben.   Mit der Entwicklung der Technik wurde die Massenproduktion von Hinterglasmalerei immer einfacher.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine Methode, bei der Kupferstiche, die auf Pauspapier kopiert wurden, auf Glasplatten übertragen wurden. Im Gegensatz zur normalen Glasmalerei, das 19 Jahrhundert war die Blütezeit von Hinterglasmalerei im Allgemein. Zu dieser Zeit gab es zahlreiche Manufakturen, die solche Bilder herstellen, vor allem in Schlesien, Sachsen, Niederbayer und Böhmen. In einem Zeitraum von 3-4 Wintermonaten konnte eine kleine Werkstatt bis zu 20 000 Bilder produzieren. Diese meist ländliche Werkstätten befanden sich in der Regel in der Nähe von Glashütten und exportierten  ihre Produkte über wiete Strecken. Sie wurden auf der Straße von Händler namens Kraner oder Bandlkamer  verkauft. Die ausgestellten Bilder stammen wahrscheinlich aus einer solche Werkstatt und wurden an der Wende vom 19. Zum 20. Jahrhundert angefertigt.