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Gelungene Ausstellung

Gelungene Ausstellung
über Strelitzer Forscher

Gisela Krull vom Verein Deutsche Sprache aus Neustrelitz zu unseren Beiträgen zum Daniel- Sanders-Jubiläum in Neustrelitz:
Der erste Eindruck des Besuchers ist die Schlichtheit und Gradlinigkeit der Ausstellung. Darin spiegelt sich der bescheidene Lebensstil, die Anspruchslosigkeit von Daniel Sanders wider. Die klare Gliederung der Sammlung erleichtert dem Betrachter das Verstehen, besonders durch die knappen, präzisen Texte. Das Einfache, das so schwer zu machen ist. Die Konzentration des Besuchers wird weder von irgendwelchen Schnörkeln, von greller Farbigkeit noch von lauter Technik gestört. Der Schwerpunkt der inhaltlichen Gestaltung liegt nicht nur – wie sonst üblich – auf dem dreibändigen Deutschen Wörterbuch, sondern auf der Vielseitigkeit des Philologen. Immerhin hat Sanders über 20 Wörterbücher geschrieben. Er veröffentlichte auch Sagen, Märchen und Lieder in Mecklenburger Mundart, übersetzte Freiheitslieder aus dem Griechischen, arbeitete mit an einem englisch-deutschen, deutsch-englischen Wörterbuch. Wir erfahren auch von Schwierigkeiten der Strelitzer Juden am Beispiel des Bruders Alexander und vom Freundeskreis, zu dem z. B. Heinrich Schliemann gehörte. Nicht vergessen ist die Würdigung des Demokraten Daniel Sanders. Auch Sanders‘ Beitrag zu einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung ist erwähnt, der aber von den akademischen Kreisen nicht beachtet wurde, weil er Jude war. Den Zeitgeschmack, den Zeitgeist vermitteln Schwarz-Weiß-Fotografien entsprechend der damaligen Technik, auch die handgeschriebenen Briefe von Sanders und die ästhetische Gestaltung der originalen Bände. Eine durch und durch
gelungene Ausstellung! Die Gestalter verdienen großes Lob für den würdigen Beitrag zu „Daniel Sanders 200“ und zum Kulturleben der Stadt Neustrelitz.