Objekt des Monats – Ein Touch von Fernost in Neustrelitz

Wer hätte gedacht, dass sich in unserem kleinen Museum Exponate aus dem fernen Asien befinden würden? Und doch sind solche Objekte in unserem Lager zu finden. Die Kunst Asiens ist für Europäer ein noch unerforschtes Gebiet. Sie überrascht oft mit Ideen, Techniken oder einer ganz anderen Sensibilität. Die sieben kleinen Zeichnungen in unserer Sammlung sind ein perfektes Beispiel dafür, wie großartig die Kunst dieses Kontinents ist.

Sie sind in Glasrahmen untergebracht, um das zerbrechliche Material, aus dem sie gefertigt sind, zu schützen. Die Rahmen sind 18,5 cm hoch und 26,5 cm breit. Die Einrahmung musste jedoch erst später vorgenommen werden, da die Zeichnungen stark beschädigt sind. Die Malereien sind durch die Zeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden, und Schimmel und Pilze haben ihr Werk getan.

Die Zeichnungen wurden auf Reispapier gemalt. Solches Papier wird aus dem in Taiwan wachsenden Tetrapanax papyrifer-Baum oder dem in Tibet wachsenden Merrilliopanax alpinus-Baum gewonnen. Zur Herstellung von Papier werden die Zweige dieser Pflanzen zunächst gekocht und ihre Rinde entfernt. Der Kern der Zweige wird gerollt, wodurch der Kern in dünne Schichten aus zartem Gewebe zerschnitten wird. Dieses Papier ist perfekt für die Aquarellmalerei.

Die chinesische Kunst zeichnete sich unter anderem durch die Verwendung ähnlicher Techniken und Werkzeuge wie die chinesische Schrift und Kalligraphie, die Verwendung von Farben und Tinten auf Wasserbasis sowie von Papier und Seide als Untergrund aus. Bunte Farben, die eher von professionellen Malern verwendet wurden, wurden aus organischen und mineralischen Bestandteilen wie Karmin, Indigo, Drachenblut, Azurit, Malachit, Umbra und Bleiweiß hergestellt. Die Farbskala in der chinesischen Malerei ist recht begrenzt, da sie nicht auf eine illusionistische Darstellung der Realität abzielte; große Bereiche des weißen Papiers wurden mit Farben kontrastiert, was den Effekt einer lebendigeren Farbe ergab.

Die Zeichnungen stellen Szenen aus dem Alltagsleben der chinesischen Gesellschaft dar. So sehen wir Szenen im Zusammenhang mit Märkten und dem Kauf von Gemüse oder Kauf eines Teppichs, häusliche Szenen wie das Spielen traditioneller chinesischer Musikinstrumente wie der Flöte oder Banhu (板胡, bǎnhú), die der europäischen Gitarre ähnelt.

Im Falle der hier vorgestellten Genreszenen handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Technik namens gōngbǐ. Es handelt sich um einen Zeichenstil (wenn auch mit einem Pinsel), mit sorgfältigen Umrissen, die im Allgemeinen mit einer dünnen Linie schwarzer Tinte umrandet und dann mit Farbe ausgefüllt werden. Das Alter dieser Werke ist schwer zu schätzen. Diese Bilder wurden auf einer horizontalen Papierrolle mit Wasserfarben gemalt. Sie sind 19 cm hoch und 26,5 cm breit.
Außerdem präsentieren wir euch die Figur eines japanischen Soldaten. Sie wurde aus verschiedenen Kupferlegierungen hergestellt. Darauf deutet die Tatsache hin, dass sich auf der Oberfläche eine Patina gebildet hat. Leider sind die Elemente des Schwertes und der Fahne, die von der Statue gehalten werden, nicht erhalten geblieben. Die Statue ist mit Goldfarbe überzogen. Besonderes Augenmerk wird auf die Elemente des Kleides gelegt. Auf dem Kopf sehen wir einen Helm namens kabuto, dessen Design unter chinesischem Einfluss entstand. Breite Hakamahosen und ein reich verzierter Mantel vervollständigen das Kostüm. Die Figur stellt einen Samurai-Krieger dar, der eine Fahne hält. Diese Funktion auf dem Schlachtfeld war eine Ehre, deshalb ist das Samurai-Kostüm auch so reich verziert